Weihnachten in Asien

Dank Globalisierung und Kommerzialisierung tauchen in den großen chinesischen Metropolen immer häufiger Weihnachtsdekorationen nach westlichem Vorbild auf. Grund dafür dürfte aber weniger ein zunehmendes Interesse am christlichen Glauben, sondern viel mehr ein Interesse am amerikanisch geprägten Konsum sein. Weihnachten ist in der Volksrepublik China kein Feiertag. Die christliche Minderheit in China begeht das Weihnachtsfest inoffiziell und im privaten Rahmen. Ein klein wenig anderes sieht es in den ehemaligen europäischen Kolonien aus. Geprägt durch die christliche Kultur ist der 25. Dezember sowohl in Hongkong als auch Macao ein offizieller Feiertag.

Ähnlich sieht es in Japan aus. Säkulare Weihnachtsfeiern sind in Japan sehr populär. Seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Weihnachten dank boomender Wirtschaft und amerikanischer Fernsehserien ein beliebtes Fest. Im Gegensatz zum Westen ist Weihnachten (japanisch Kurisumasu) eine Gelegenheit für Paare, sich kennenzulernen und Partys zu feiern. Auch der Weihnachtsmann wird gerne in die Feiern mit einbezogen. Verliebte schenken sich zur Weihnachtszeit kleine Geschenke, haben ein spezielles Daten und spazieren an den Weihnachtsbeleuchtungen vorbei. Die Weihnachtsbeleuchtungen nach amerikanischem Vorbild werden von Firmen und Behörden organisiert, um das romantische Gefühl des Weihnachtsfestes zu unterstreichen. Auch innerhalb der Familie und des Freundeskreises tauscht man kleine Geschenke aus. Einen hohen Stellenwert innerhalb der japanischen Weihnachtsfeierlichkeiten hat die Weihnachtstorte. Sie soll eine Geburtstagstorte für das Christkind darstellen. Das erste Weihnachtsfest in Japan wurde übrigens durch holländische Kaufleute in Nagasaki gefeiert. Der Geburtstag des amtierenden Herrschers, Kaiser Akihito, am 23. Dezember ist ein nationaler Feiertag, an den Weihnachtstagen hingegen wird gearbeitet. Kurz darauf schließen die Geschäfte für die Neujahrsfeiern und öffnen normalerweise erst am ersten Wochentag nach dem 3. Januar.

Auf den Philippinen wird Weihnachten traditionell durch Abendmessen während neun Tagen eingeläutet. Die erste Abendmesse, auf Spanisch Misas de Aguinaldo (Gabenmesse) bezeichnet, beginnt mit dem 16. Dezember und ist auch als Simbang Gabi bekannt. Am Heiligen Abend, dem 24. Dezember, wird nach dem Besuch der abschließenden Mitternachtsmesse das Weihnachtsessen im Kreis der Familie aufgetischt.

Auch auf dem indischen Subkontinent ist Weihnachten ein offizieller Feiertag. Auf Hindi wird Weihnachten als bada din („der große Tag”) bezeichnet. In den zahlreichen Missionarsschulen nehmen hinduistische Kinder z.B. durch Krippenspiele und Gesänge aktiv an den Feierlichkeiten teil. Die Weihnachtstage sind stark durch die Kolonialzeit als auch durch den Konsum amerikanischer Medien geprägt. Im Rashravan Bhavan begeht der indische Staatspräsident die Weihnachtsfeiern. Diese gehen direkt in die Neujahrsfeiern über. Die meisten indischen Lehranstalten kennen Weihnachtsferien, die kurz vor Weihnachten beginnen und bis wenige Tage nach Neujahr dauern.

Südkorea ist in Ostasien das einzige Land, in dem Weihnachten ein offizieller Feiertag ist. Auch nicht-christliche Koreaner brechen aus dem Alltag aus, indem sie sich nach amerikanischem Vorbild gegenseitig beschenken und Weihnachtskarten schicken. In den letzten Jahren haben Koreas Kinder den Weihnachtsmann, Santa Haraboji (Großvater Santa) ins Herz geschlossen. Radiosender spielen westliche Weihnachtsmusik und immer mehr Geschäfte und Wohnhäuser werden weihnachtlich dekoriert.